Schwerpunkte

Die Besonderheiten unseres Kindergartens


Wir gehen immer raus

Die Natur ist nach unserer Auffassung der geeignetste Aufenthaltsort für Kinder und die Bewegung an der frischen Luft sogar unverzichtbar. Besonders Stadtkinder haben dazu allerdings oft zu selten Gelegenheit. Bei uns erleben sie hautnah die verschiedenen Jahreszeiten mit all ihren Vorzügen und können so ihr Spiel den jeweiligen Gegebenheiten anpassen: Ob im Frühling mit dem Genießen der ersten wärmenden Sonnenstrahlen, im Sommer mit dem Naschen der reifen Beeren und Kirschen, im Herbst mit dem Sammeln von Blättern oder im Winter mit dem Bauen von Schneefiguren.

Wir haben Tiere

Der tägliche Umgang mit Tieren wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. Dies beginnt bereits bei der Eingewöhnung neuer Kinder. Durch die große Faszination, die die Tiere ausüben, wecken sie spontanes Interesse und Neugierde. Gleichzeitig können die Tiere besonders auf neue Kinder entspannend, Stress reduzierend und tröstend wirken. Ein erster Aufenthalt im Kaninchenstall oder das Füttern eines Hundes kann zudem den Abschied der Kinder von ihren Eltern erleichtern und Vorfreude auf den nächsten Kindergartentag wecken. Dabei findet die Kontaktaufnahme zum Tier insbesondere bei kleinen Kindern über die Berührung oder das Füttern und weniger über Worte statt, was das Erlernen nonverbaler Kommunikation fördert. Darüber hinaus erleichtern es die Tiere dem Kind, sich seiner neuen Umwelt zu öffnen und soziale Bindungen einzugehen. So findet der Bindungsaufbau zwischen Betreuerin und Kind häufig über das „Medium Hund“ statt. Deutlich wird dies z.B., wenn die ersten Worte, die schüchterne Kinder im Kindergarten äußern, „Lia“, „Eddi“ oder „Hund“ sind.

Jeden Tag helfen zwei Kinder beim Versorgen der Schafe und der Kaninchen und lernen dabei, was die Tiere brauchen. Dazu gehören das Füttern, Ausmisten und Tränken, aber auch Besuche des Tierarztes, das jährliche Scheren der Schafe, die regelmäßige Versetzung ihrer Weide, sowie die Anlieferung und Lagerung von Heu und Stroh. Indem die Tiere Bedürfnisse klar äußern, wird das Mitgefühl der Kinder geweckt. Häufig projizieren Kinder zudem eigene Gefühle und Ängste auf die Tiere und lernen so, besser mit ihnen umzugehen. Die Übernahme der Verantwortung für die Tiere wirkt dabei motivierend und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Unsere Hunde beispielsweise, die auch in der Kindergartenwohnung immer dabei sind, müssen Gassi gehen, an der Leine gehalten, gebürstet und belohnt werden. So erfahren die Kinder im täglichen Umgang die Bedürfnisse und Grenzen der Tiere und erlernen den geduldigen Umgang mit ihnen.

Neben unseren eigenen Tieren werden in unsere Arbeit auch zufällige Besucher wie Vögel einbezogen. Im Winter werden sie auf unserer Wiese mit Futter im selbstgebauten Futterhäuschen und selbst gebastelten Futterglocken versorgt und im Sommer stellen wir ihnen selbstgebaute Nistkästen zur Verfügung. Auch die kleinsten Tiere finden bei uns Beachtung: Schnecken und Regenwürmer werden beobachtet, Regenwurmkästen und Insektenhotels gebaut, Mauselöcher und Maulwurfshügel bestaunt und Blumen gesät, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besonders gerne mögen. Im Winter entdecken die Kinder immer neue Tierspuren im Schnee und versuchen herauszufinden, von welchem Tier sie stammen könnten.

So lernen die Grashüpferkinder täglich, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Tiere einzugehen und Verantwortung gegenüber sich selbst, dem Tier und der Natur zu übernehmen.

Wir haben Pflanzen

Pflanzen veranschaulichen den Kreislauf der Natur. Jede Jahreszeit hat dadurch ihren eigenen Reiz. Neben unseren Obstbäumen haben wir einen Gemüsegarten, wo wir unser eigenes Gemüse säen, gießen und ernten. So bekommen die Kinder einen Bezug zu den Pflanzen und kümmern sich um sie geduldig und  verantwortungsvoll. Durch das Weiterverarbeiten unserer Ernte bekommen sie einen Einblick in die Entstehung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln, vom Samen bis zum fertigen Brot.
Pflanzen ermöglichen zudem eine Vielzahl von Sinneswahrnehmungen:
-      Die Kinder hören das Rauschen des Windes in den Blättern,
-      sehen wie die Früchte beim Reifen ihre Farbe verändern,
-      riechen wie die Rosen duften,
-      fühlen wie weich ein Weidenkätzchen ist,
-      spüren mit ihrem ganzen Körper wie schwer es ist ein Pflanzloch zu graben und
-      schmecken wie anders selbst gepresster Apfelsaft schmeckt.

Wir sind ein eingruppiger Kindergarten

Durch die kleine Gruppe ist ein individuelleres Arbeiten mit den Kindern möglich. Vertrautheit besteht auch zwischen Pädagogen und Eltern, so dass auch hier der Austausch in einer familiären Atmosphäre stattfinden kann. Zudem erhalten die Eltern einen guten Einblick in das Gruppengeschehen, in unsere pädagogische Arbeit und natürlich in die Entwicklung ihres Kindes im Kindergarten.